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Wie können Unternehmen Innovation organisieren?

Viele Unternehmen wollen innovativer werden. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn es gibt keine Standardlösung, die für alle funktioniert. Eine funktionierende, innovative Organisationsstruktur muss für jedes Unternehmen ganz individuell designt werden.

Timo Kuske, Business Designer
Die Situation

Kundenzentrierte Innovationen sind dann am erfolgreichsten, wenn sie Unternehmen selbstständig hervorbringen. Heutige Unternehmensstrukturen ersticken Innovation jedoch oft im Keim.

Das Modell

Innovation sollten organisatorisch verortet sein: Als interne Einheit, als externe Einheit oder in der Kultur verankert.

Die Umsetzung

Das optimale Modell lässt sich nicht durchplanen. Es muss in einem organisatorischen Designprozess geschaffen und schrittweise implementiert werden.

Was ist besser: Selbst Innovationen hervorbringen oder sie von außen einkaufen? Für unsere Kunden ist die Antwort klar. Sie setzen auf ihre eigene Innovationskraft, um in Zukunft nachhaltig erfolgreich zu sein. Besonders im Fokus: Kundenzentrierte Innovationen. Denn diese sprechen tatsächlich vorhandene Kundenprobleme an und bieten dafür sinnhafte Lösungen. Diese Art von Innovation zu beherrschen ist daher eine zentrale Aufgabe für zukunftsfähige Unternehmen – egal ob Mittelständler oder Großkonzern. Die Transformation von einem klassischen zu einem innovativen Unternehmen ist aber häufig schwieriger als gedacht.

Die Rahmenbedingungen müssen stimmen

Spätestens, wenn eine neue Lösung nach der Design- und Prototypenphase den geschützten Raum verlässt, wird es ernst. Denn während der darauffolgenden Implementierung trifft sie auf das existierende Bestandssystem des Unternehmens. Typische Beispiele für dieses Bestandssystem sind

  • das IT-Kernsystem, mit dem die Kundendaten verwaltet und Aufträge abgewickelt werden
  • eingeschliffene Vertriebsstrukturen, die oft auf exklusiven Kundenzugängen basieren
  • rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen der Industrie.

Nicht nur im geschützten Raum, sondern eben auch in diesem Bestandssystem muss die Innovation funktionieren. Die internen Herausforderungen haben dabei immer eines gemeinsam: Sie sind komplex und ihre Bewältigung erfordert spezifisches Wissen sowie ein funktionierendes internes Netzwerk.

Damit bestehende Strukturen vielversprechende Innovationen nicht im Keim ersticken, bedarf es neuer Denk- und Handlungsweisen. Das bedeutet meist eine große Umstellung: Mitarbeiter müssen Hypothesen entwickeln und lösungsorientiert vorgehen, sich selbstständig entsprechend einer innovativen Vision organisieren und den Umgang mit Unsicherheit erlernen. Um diesen Wandel erfolgreich zu schaffen, brauchen sie Unterstützung, zum Beispiel durch Coachings. Außerdem benötigen die Mitarbeiter ein umfangreiches Set an neuen Arbeits- und Kommunikationsmethoden, das ihnen bei der täglichen Innovationsarbeit hilft.

Wie können Unternehmen Innovation organisieren

Drei Arten von innovativen Organisationen

Aber wie können Unternehmen Innovationen nun konkret am besten fördern? Ich sehe dafür drei unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Innovation intern organisieren: Innovation wird im Unternehmen selbst als Prozess bzw. Einheit abgebildet, der durch spezielle Innovationsteams ausgeführt und gesteuert wird. Ein Beispiel dafür ist die Denkwerkstatt von Audi, die Antworten auf Fragen zur Mobilität der Zukunft finden soll.
  • Innovation auslagern: Das Thema Innovation wird bewusst außerhalb des Unternehmens platziert, um die Freiheit und Unabhängigkeit zu haben, alles infrage zu stellen. Volkswagen hat beispielsweise die Marke Moia neu geschaffen. Sie soll mit innovativen Lösungen das Geschäftsmodell der klassischen Autohersteller herausfordern.
  • Innovation verinnerlichen: Innovation und kontinuierlicher Wandel sind echter Bestandteil der Unternehmens-DNA und werden jeden Tag von allen Mitarbeitern aus eigenem Antrieb gelebt. Das Unternehmen unterstützt innovative Persönlichkeiten und ihre Ideen. Der Ansatz von Google zeigt, wie es geht: 20 Prozent ihrer Arbeitszeit dürfen Mitarbeiter nutzen, um an innovativen Projekten zu arbeiten. So sind Gmail und Google Maps entstanden.

In der Praxis findet man selten eine dieser Ausprägungen in Reinform. Ich rate Unternehmen dennoch, sich klar zu entscheiden: Wo und wie soll Innovation stattfinden? Und wie wichtig ist das Thema für sie überhaupt? Denn eine eindeutige Positionierung und Zielsetzung sind die Voraussetzungen dafür, dass Maßnahmen für mehr Innovation effektiv und messbar durchgeführt werden können.

Der Weg zur innovativen Organisation ist klar definiert

Bei Service Innovation Labs verstehen wir die Erschaffung von innovativen Organisationen als Designprozess. Am Anfang steht das gemeinsame Verständnis: Der erste Workshop dient dazu, die Situation der Kunden umfassend zu durchdringen und zusammen Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Dann folgen die Planung und schließlich die Umsetzung. Dabei ist es wichtig, Verständnis und Empathie für die Mitarbeiter aufzubauen, denn die Transformation zu einer innovativen Organisation ist harte Arbeit und verlangt Durchhaltevermögen. Neue Arbeitsweisen testen wir deshalb erst einmal in kleinen Teams und verbessern sie schrittweise, bis alle zufrieden sind. Mit dieser iterativen Vorgehensweise stellen wir sicher, dass unsere Transformationsarbeit für die gesamte Organisation funktioniert.