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Wie etablieren Unternehmen eine Innovations­kultur?

Timo Kuske Business Designer

Innovationspotenzial ist in jedem Unternehmen vorhanden. Um es zu heben, bedarf es aber häufig professioneller Unterstützung. Denn die Transformation zu einem innovativen Unternehmen kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten in den Prozess eingebunden werden.

Das Werkzeug

Transformation ist harte Arbeit. Mit einer Top-Down / Bottom-up Vorgehensweise brechen wir aber auch die härtesten Widerstände.

Der Funken

Erfolge und Fortschritt begeistern und lassen Skeptiker verstummen. Das erste Innovationsprojekt sollte daher intern beweisen, dass neue Arbeitsweisen funktionieren.

Das Feuer

Kulturelle Transformation geschieht aus einem Momentum heraus, das nach und nach das ganze Unternehmen ansteckt. Es gilt, dieses Momentum klug zu steuern.

Innovation kommt von innen

Ich erlebe es immer wieder: Die innovativsten Ideen in einem Unternehmen kommen von Mitarbeitern selbst. Sie wissen auch, wie ihre Innovationen innerhalb der bestehenden Organisation zum Leben erweckt werden können. Genau diese Mitarbeiter brauchen jedoch eine Organisationsstruktur, die Innovationen ermöglicht und fördert. Diese wiederum ist häufig nicht vorhanden und muss zunächst entwickelt werden.

Denn nicht selten ersticken Skeptiker im Unternehmen Innovationen im Keim. Sie betonen die Risiken und zweifeln die Machbarkeit von Ideen an. Dagegenzuhalten ist nicht einfach. Konkrete Ergebnisse überzeugen natürlich am meisten. Deshalb wird die Transformation zu einem innovativen Unternehmen erst dann wirklich erfolgreich sein, wenn Mitarbeiter zum unternehmerischen Handeln motiviert werden und durch Fortschritte und Erfolge ein unternehmensweites Momentum auslösen.

Top-down und Bottom-up gezielt einsetzen

Erfolg kann aus mehreren Quellen kommen. Deshalb berücksichtigen wir bei Service Innovation Labs stets zwei Stoßrichtungen für die Transformation. Sie entsprechen der existierenden Hierarchie in Unternehmen: Vom Top-Management über das Mittelmanagement nach unten (Top-down) und aus der Organisation heraus nach oben (Bottom-up).

Unsere Vorgehensweise: Klein mit einem Innovationsteam anfangen und Schritt für Schritt die gesammelten Erkenntnisse auf das gesamte Unternehmen übertragen. Wir begleiten diesen Prozess kontinuierlich, um eine erfolgreiche Skalierung des Innovationsprozesses für das gesamte Unternehmen zu gewährleisten.

Mit dem ganzen Unternehmen durch die Transformation

Eine erfolgreiche Transformation zu einem innovativen Unternehmen benötigt die Unterstützung aller Hierarchieebenen. Deshalb müssen sie in den Innovationsprozess eingebunden werden. Um das zu erreichen, gehe ich in unseren Projekten normalerweise so vor:

  1. Top-Management an Bord holen: Um eine stabile Grundlage für die Transformation zu schaffen, wird das Top-Management des Unternehmens möglichst früh in den Prozess eingebunden. Zunächst bedarf es hier ein Verständnis für Innovationen, wozu ich gerne zwei Methoden anwende: Erstens die Erarbeitung der eigenen Innovationsvision- und thesen. Im Kern beantworten die Manager damit die Frage, wie sie die Zukunft des Marktes und des Unternehmens sehen und wie Innovationen zur Zielerreichung beitragen werden. Zweitens der Durchlauf eines Speedlabs, ein eintägiger Workshop, in dem eine zukunftsgerichtete Zielstellung (wie zum Beispiel die digitale Customer Journey) erarbeitet wird. Hier lernt das Management, wie Innovationsprozesse funktionieren und welche Sprache in der Innovationsarbeit gesprochen wird.
  2. Innovationsteam zusammenstellen: Im Kontext der Top-Management-Workshops wird ein erstes Innovationsteam definiert, welches einen Querschnitt des Unternehmens abbildet (von Management bis Fachabteilung). Dieses Team startet gemeinsam ihr erstes Innovationsprojekt. Dabei sammelt das Team wertvolle Erfahrungen, wie Innovationen in der eigenen Organisationsstruktur wirklich erfolgreich realisiert werden können. Außerdem optimiert das Team die eigenen Prozesse iterativ. Genau diese Prozesse dienen später als Blaupause des Innovationsprozesses für das gesamte Unternehmen.
  3. Mittel-Management überzeugen und begeistern: Nachdem das Innovationsteam die Arbeit aufgenommen hat, wird das Mittel-Management des Unternehmens involviert, zum Beispiel bei einer Management-Tagung. Hier bietet sich ebenfalls ein Speedlab-Format an, welches für eine größere Teilnehmerzahl optimiert wird. Ziel ist es, Energie und Motivation für die Transformation zu erzeugen. Verstärkt wird dieser Effekt noch dadurch, dass zum Abschluss des Speedlabs das Innovationsteam und die ersten Erfolge vorgestellt werden.
Kontinuierliche Top-down- und Bottom-up-Unterstützung
Kontinuierliche Top-down- und Bottom-up-Unterstützung

Schritt für Schritt zum Erfolg

Das schrittweise Vorgehen löst im Unternehmen ein Momentum aus, das ganz aus dem Unternehmen selbst kommt und nicht von oben verordnet ist. Nach und nach können die neu entwickelten Prozesse und Strukturen nun auf die gesamte Organisation ausgerollt werden.

Um das Momentum aufrecht zu erhalten und sogar noch weiter zu steigern, wird allerdings kontinuierliche Top-down- und Bottom-up-Unterstützung benötigt. Neben den oben genannten Beispielen wie Workshops und Tagungen empfehle ich daher, zusätzlich ein Innovationsboard zu installieren. Das Innovationsteam sollte auch durch Trainings gezielt gefördert werden. Außerdem sinnvoll: das Implementieren von Knowledge-Sharing-Formaten, um den gegenseitigen Austausch von Erfahrungswissen zu fördern.