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Selbst­organisation und Strategie­entwicklung: Teil III

Peter Herzau Agile Coach

Wurde der Selbstorganisation durch die in Teil 1 und 2 beschriebenen Prozesse der Rücken gestärkt?

Alle Teile der Artikelserie:
Teil 1Teil 2Teil 3

Ja!

Deutlich wird dies dadurch, dass das Team erkannt hat, dass es in nächster Zukunft ohne permanente Begleitung durch einen Teamcoach weitergehen kann und will. Durch die meist indirekte Prozesssteuerung ist keine Abhängigkeit erzeugt worden. Vielmehr haben die Akteure weitere Übung darin entwickelt, selbst zu entscheiden und sich selbst zu regulieren. Selbstorganisation ist noch weniger Mittel zum Zweck, sondern noch mehr zur Selbstverständlichkeit des Arbeitens geworden.

Eine zweite Beobachtung ist, dass ich als Teamcoach jetzt gar nicht hinterher komme, alle Aktivitäten, die im Zuge der Strategie beschlossen wurden, mit zu verfolgen. In der Vergangenheit gab es viele Initiativen, die nicht auf benannte, messbare Ziele eingezahlt haben. Es gab kein gemeinsames Bild, was erreicht werden soll. Mit dem jetzt gewonnenen Zielsystem ist die Umsetzungsgeschwindigkeit schon im ersten Quartal radikal gestiegen.

„Mit dem jetzt gewonnenen Zielsystem können wir unsere Selbstorganisation so ausrichten, dass sie dem Unternehmen optimal dient.“
– Timo Kuske, Business Designer

Ambitions & Outputs für den Marketing Circle

Ein weiterer, vielleicht der wichtigste Effekt ist die Stärkung der Vertrauenskultur in der Organisation: Wenn ein Strategieprozess mit Einbindung aller Akteure gelingt, hat das einen großen Einfluss auf die Vertrauenskultur. Vertrauensaufbau, der nicht direkt durch Leitbilder oder Workshops gesteuert werden kann, entsteht hierbei als wertvolles Nebenprodukt. Die Mitarbeiter berichten, dass sie es als Vertrauensbeweis der Geschäftsführung erleben, wenn sie als kompetente Mitentscheider bei der Unternehmensstrategie behandelt werden. Das so erfahrene Vertrauen ist auch eine Erklärung dafür, warum die Motivation und die Stimmung durch den Strategieprozess spürbar zugenommen haben.

„Es ist ein gutes Gefühl, zu der Strategie etwas beitragen zu können. Ich schätze auch das Vertrauen unseres Geschäftsführers in uns, dass wir wissen, was wichtig ist. Ich habe auch vollstes Vertrauen, dass die Strategie Driver in ihrer Vorarbeit gute Grundlagen geschaffen haben.“
– Simon Stellwag, Service Designer

Strategie ist nie vorbei - Die große Bewährungsprobe kommt jetzt!

In der Umsetzung beginnt eine Strategie erst real zu werden. Auf den Beschluss folgt die Umsetzung, dann wieder die Überprüfung, dann die Bewertung der Resultate am Quartalsende und die erneute Planung der Schritte für das kommende Quartal.

„Es ist eine Herausforderung, den Prozess am Laufen zu halten und bei jedem Quartal wieder mit derselben Energie zu starten!“
– Felix Grossar, Service Designer

Hierfür haben wir einfache Methoden - auch in Selbstorganisation - entwickelt. Die Learnings aus dieser Phase werden in einem weiteren Artikel beschrieben, sobald wir diese evaluiert haben.

Autor

Peter Herzau lebt in Berlin und ist Organisationsentwickler und Coach im Kontext von agiler Transition: www.ph-consulting.net